11.05.2016

SPD Piding sieht Licht und Schatten bei Tourismusentwicklung

Bild: Tourismus 2016
Zweifel an Ergebnissen des Markenbildungsprozesses, Zustimmung für stärkere Zusammenarbeit mit Anger
Licht und Schatten sehen die Mitglieder der SPD Piding bei der aktuellen Entwicklung des Tourismus in der Gemeinde und im Landkreis. Bei einem Treffen des Ortsvereins im Haus der Vereine berichtete Gemeinderat Markus Schlindwein über die bisherigen Ergebnisse des Arbeitskreises Tourismus der Gemeinden Piding und Anger und diskutierte mit den Pidinger Sozialdemokraten über die Entwicklung auf Orts- und Kreisebene.

Das Ergebnis des Markenbildungsprozesses auf Kreisebene sei kein Anlass zum Jubeln, schon gar nicht für die Gemeinde Piding, führte Markus Schlindwein aus. Er habe große Zweifel daran, ob bei der überregionalen Vermarktung im Tourismus kleinere Einheiten auf Dauer sinnvoll arbeiten können, wenn beispielweise Regionen wie Südtirol mit einer gemeinsamen Strategie seit langer Zeit erfolgreich sind. Die Eingliederung der Pidinger Tourismuswerbung unter die zukünftige Dachmarke des „Bergerlebnisses Berchtesgaden“ erschließe sich ihm nicht und sei als Konzept für die Zukunft problematisch.

Sehr positiv hingegen wertete Markus Schlindwein die verstärkte Zusammenarbeit mit der Gemeinde Anger. „Im Tourismus können wir nur gemeinsam als Region erfolgreich sein“, stellte er fest. Wenn auf Kreisebene dieser Gedanke derzeit nicht bei allen verbreitet sei, so sei eine intensive Kooperation mit der Nachbargemeinde umso wichtiger. Projekte wie der gemeinsame Wochenmarkt, der zusammen mit Anger erstellte Veranstaltungskalender und die gemeinsame Wanderkarte für Piding, Anger und Teisendorf ersetzten zwar kein professionelles und modernes Marketing auf überregionaler Ebene. „Für einen gelungenen Aufenthalt der Gäste, die zu uns kommen, spielen aber solche Dinge eine wichtige Rolle“, zeigte er sich überzeugt.

Wolfgang Lindner sprach sich unter den nun absehbaren Rahmenbedingungen dafür aus, gezielt mit dem historisch gewachsenen und gut eingeführten Begriff „Rupertiwinkel“ zu werben. Dieser passe auch sehr gut zu einer verstärkten Kooperation mit den Nachbargemeinden. Als erfolgsversprechendes Projekt wertete der SPD-Ortsvorsitzende Dieter Schaefer in der Diskussion das an der Autobahn entstehende Hotel und dessen Orientierung auf Geschäfts- und Urlaubsreisende, die weiter Richtung Salzburg unterwegs sind.
Einen anderen Aspekt der Markenbildung sprachen noch der Kreisrat und SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger und der Sprecher der SPD-Gemeinderatsfraktion Helmut Grünäugl an: leider sei es nicht gelungen, eine überzeugende gemeinsame Struktur für Wirtschaftsförderung und Tourismus zu finden. Für Gemeinden wie Piding sei aber eine weitere Unterstützung der gewerblichen Wirtschaft nicht nur für Arbeitsplätze, sondern auch wegen den Einnahmen aus Einkommen- und Gewerbesteuer von zentraler Bedeutung. Nachdem nun wohl die Chance für ein schlagkräftiges und übergreifendes Marketing für Wirtschaft und Tourismus vergeben worden sei, müsse man zumindest bei innovativen Projekten und der Beschaffung von Förderungen am Ball bleiben, forderten die beiden Sozialdemokraten.
„Weder Piding noch das Berchtesgadener Land können sich bei Wirtschaft und Tourismus auf ihren Lorbeeren ausruhen - wir brauchen für die Zukunft mehr Zusammenarbeit, mehr Professionalität und klare Strukturen“, fasste zum Schluss des Treffens der SPD-Ortsvorsitzende Dieter Schaefer die Diskussion zusammen.

Foto: Im Gespräch über die Tourismusentwicklung in Piding und im Berchtesgadener Land (von links nach rechts):
Helmut Grünäugl (Sprecher SPD-Gemeinderatsfraktion), Roman Niederberger (Kreisrat und SPD-Kreisvorsitzender), Markus Schlindwein (Gemeinderat), Dieter Schaefer (SPD-Ortsvorsitzender)




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