10.03.2008

Antworten von Christian Kleinert (FWG) auf die Wahlprüfsteine der SPD

1. Auf Antrag der SPD wurde die Einführung der Ganztagsbetreuung an der Pidinger Schule beschlossen, nun setzen wir uns für ein echtes Ganztagsschulangebot ein. Unterstützen Sie diese Forderung?

Ich halte die Einführung der Ganztagsbetreuung für eine sehr sinnvolle Einrichtung, um Eltern zu entlasten, Schüler bei den schulischen Nachbereitungen zu unterstützen und die Freizeit sinnvoll zu gestalten. Das kontinuierlich steigende Interesse belegt die Notwendigkeit. Um die immer anspruchsvolleren Lehrpläne erfüllen zu können und gleichzeitig die Kinder nicht zu überfordern, befinden wir uns auf dem Weg zur Ganztagsschule. Dies darf aber nicht so verstanden werden, dass den Kindern dann in einem entsprechend längeren Schultag noch mehr Stoff „eingetrichtert“ wird, sondern dass mit Hilfe dieser zusätzlichen Zeit Kinder wesentlich besser nach persönlichen Stärken und Schwächen gefördert werden können. Mit mehr Spielraum bei den Unterrichtsstunden können Lehrer den Unterricht und freie Zeiten kindgerechter gestalten und damit wieder Spaß am Lernen wecken. Mein zukünftiges Ziel ist, dies durch eine offene Ganztagsschule zu erreichen.

2. Die Förderung von Familien und Kindern steht für uns im Mittelpunkt. Wie sorgen Sie für eine optimale Förderung im Kindergarten und ein hochwertiges Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren?

Ich unterstütze die Förderung unserer Kinder und Jugendlichen in jeder Form. Besonders die Betreuung, Erziehung und Bildung während der Kindergartenzeit wirkt sich direkt auf die Entwicklung der Persönlichkeit der Kinder aus. Hier liegen auch sehr viele Grundlagen für einen erfolgreichen Eintritt in die Grundschule. Die statistische Entwicklung der Pidinger Haushalte belegt, dass der Trend zu Alleinerziehenden, also Singles und Geschiedene mit Kindern, auch bei uns angekommen ist. Die Tatsache, dass in Piding zwischen 2002 und 2007 die Haushalte getrennt lebender Bürgerinnen oder Bürger mit einem Kind von 6 auf 22 gestiegen sind, kann dies verdeutlichen. Ich sehe bei der langfristigen Gesamtentwicklung eine leicht sinkende Anzahl der zu betreuenden Kinder, jedoch wird im Gegenzug die Betreuung intensiviert und auf Kinder unter 3 Jahren ausgebaut werden müssen. Beides wird bzw. wurde bei den aktuellen Planungen des kirchlichen und gemeindlichen Kindergartens bereits berücksichtigt. Ich werde mich dafür einsetzen, dass unsere familienfreundlichen Kindergartenbeiträge auch bei einem weiteren Ausbau des Angebotes für alle Familien bezahlbar bleiben

3. Wir wollen die hervorragende Arbeit der Pidinger Vereine stärker als bisher durch freie Jugendarbeit ergänzen. Werden Sie sich für eine stärkere Unterstützung und Finanzierung der freien Jugendarbeit einsetzen?

Die Gemeinde sorgte in der Vergangenheit mit der großzügigen Förderung engagierter Vereine und der Schaffung der offenen Jugendarbeit zusammen mit dem Verein Jonathan eine solide Basis für die sinnvolle Freizeitgestaltung Pidinger Kinder und Jugendlicher. Die große Zustimmung zu Planung, Finanzierung und Durchführung des fast fertig gestellten Anbaus der „Rumpelkammer“ belegt ebenfalls, dass wir für die Belange unserer jungen Einwohner immer ein offenes Ohr haben. Wir dürfen bei unseren Bemühungen aber nicht immer nur an finanzielle Anstrengungen denken. Viel wichtiger ist mir, dass wir die verschiedenen Jugendgruppen der Kirche, der Vereine und der offenen Jugendarbeit noch besser vernetzen. Die bestehenden Einrichtungen sollten gruppenübergreifend, natürlich am besten miteinander, genutzt werden können. Wir müssen unter anderem mit Veranstaltungen Brücken schaffen, über die sich Pidinger Kinder und Jugendliche aller Interessensgruppen vorbehaltlos treffen können.

4. Für uns gehören Wasserversorgung, Bauhof und Abwasserentsorgung in die Hand der Gemeinde. Wie wollen Sie langfristig die gemeindlichen Einrichtungen vor einer Privatisierung schützen?

Ich werde als Pidinger Bürgermeister die Grundversorgung wie Wasser, Abwasser, Straßen und Bauhof auch in Zukunft in gemeindlicher Hand sichern. Piding verfügt über verantwortungsvolle, fleißige Arbeiter wie Wasserwart, Bauhofmitarbeiter und Klärwärter, die Ihre Kraft bestens für uns einsetzen. Ich werde dafür sorgen, dass sich Pidinger Bürger mit der laufenden Pflege und Sanierung des Wassernetzes auf eine Versorgung in bester Qualität verlassen können. Investitionen in neue Technik und Anlagen zur Förderung des hochwertigen Pidinger Bergquellwassers tragen ebenfalls wesentlich dazu bei. Der Abwasserzweckverband mit Anger hat sich bewährt und soll in dieser Form weitergeführt werden. Betriebsunterstützende Maßnahmen von außen führten bereits zu konkreten finanziellen Vorteilen und einem professionelleren, umweltschonenden Betriebsablauf. Beispielsweise wird durch den Einsatz einer Mikroturbine ein jährlicher Ausstoß von 4.000 Tonnen CO² vermieden und monatlich zwischen 2.000 und 2.500 ¤ Strom eingespart. Es ist außerdem bereits angedacht, das warme Abwasser des Klärwerkes für die Energieversorgung von Schule, Kindergarten, Turnhalle und Mehrzweckhalle zu nutzen. Die Umsetzungsmöglichkeiten werde ich in Kürze genau prüfen. Dies alles trägt zur zukünftigen Unabhängigkeit unserer Gemeinde bei. Durch die hohe Flexibilität und Effektivität unseres Bauhofes, die ich nicht nur beruflich erlebe, steht für mich eine Privatisierung absolut nicht zur Diskussion. Für die Wählerinnen und Wähler ist es in diesem Zusammenhang auch wichtig zu wissen, dass ich mich als Pidinger Bürgermeister, im Gegensatz zu dem überwiegenden Anteil der Kommunen in Bayern, auch in Zukunft dafür einsetzen möchte, dass keine finanziellen Beiträge zum Ausbau der Straßen erhoben werden. Ich sehe übrigens unsere niedrigen Verbrauchskosten bei Wasser und Abwasser als wichtige soziale Komponente, da das gesparte Geld besonders unseren Pidinger Familien direkt zu Gute kommt. Daher werde ich mich mit Nachdruck für günstige Preise einsetzen.

5. Wie wollen Sie die Pidinger Bürger vom örtlichen und überregionalen Verkehr entlasten und die öffentlichen Verkehrsmittel stärken? Welche Chancen bietet dabei die beantragte Dorferneuerung?

Aufgrund der Prognosen wird das Verkehrsaufkommen weiter steigen. Einem Ausbau der Autobahn A8 mit dem unerwünschten Flächenverbrauch können wir uns nicht verwehren, da der Verkehrsfluss in unserem Gemeindegebiet möglichst reibungslos vorbeiführen soll und ein kostenloser, angemessener Lärmschutz zum Schutz der Pidinger Bürger nur mit einer zusätzlichen Fahrspur und zusätzlichem Standstreifen errichtet wird. Außerdem befinden wir uns bei dem momentanen vierspurigen Ausbau stets in Gefahr, dass beispielsweise Gefahrguttransporte auf der Autobahn mitten in Piding ohne Ausweichmöglichkeit verunglücken und uns dadurch großen Schaden zufügen. Im Zuge des Autobahnausbaus werde ich darauf drängen, dass die B21 an die Autobahn angeschlossen wird und damit das Verkehrsaufkommen auf unserer B20 entlastet. In Piding bestehen bereits öffentliche Verkehrsverbindungen durch RVO, Stadtbus und Bahn. Hier strebe ich beispielsweise bei An- und Abreisen am Bahnhof einen Busanschluss mit entsprechend angepassten Fahrzeiten an.

Bei der Dorferneuerung sehe ich durchaus Chancen, den Durchgangsverkehr in Piding zu entlasten. So halte ich eine Sperrung der Linksabbieger von Freilassing kommend in die Salzburger Straße mit entsprechenden Begleitmaßnahmen für überlegenswert. Es gibt hier nach meiner Meinung viele Ansatzpunkte, die gemeinsam zu diskutieren sind. Auch gefiel mir beispielsweise der Vorschlag eines ADAC – Experten sehr gut, auf der Berchtesgadener Straße an der Kreuzung Lechsenwiese eine kleine Verkehrsinsel mit optischer Abtrennung zur Verlangsamung des Verkehrsflusses einzusetzen. Wir müssen bei den umfangreichen zukünftigen Aufgaben ausschließlich im Hinblick auf die beste Lösung für unsere Pidinger Bürgerinnen und Bürger entscheiden. Dazu sind gegenseitiges Vertrauen und die sorgfältige Abwägung der finanziellen, ökologischen und sozialen Auswirkungen nötig. Ich halte mich als Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Piding für besonders geeignet, Piding parteiübergreifend, zielgerichtet und geradlinig in eine positive Zukunft zu führen.




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