14.10.2008

Pidinger Sozialdemokratin referiert über die Integration jüdischer Familien am Beispiel der Mendelssohns im 18./19. Jahrhundert

Am Anfang stand der Traum jüdischer Menschen vom Auszug aus dem Reich der Angst, des Ghettos, in die neue Welt der Selbstbestimmung im Zeitalter der Aufklärung. Sie wollten aufgenommen werden in die europäische Kultur, und sie wollten als Bürger akzeptiert werden. In Berlin ging Moses Mendelssohn dabei voran, der berühmte Philosoph, und schaffte den ersten Durchbruch. Die Wege seiner Nachkommen gestalteten sich jedoch schwierig im Deutschland der Restauration und Romantik. Die Gleichberechtigung stand nur auf dem Papier. Antijudaismus und Antisemitismus begleiteten als dunkle Schatten den Aufstieg deutscher Bürger jüdischer Herkunft. Was war für sie zu tun? Integration, also Angleichung, oder völlige Assimilation, Aufgeben der Tradition und des Glaubens der Vorfahren? Es ist spannend zu verfolgen, wie die Kinder und Enkel Moses Mendelssohns sich entschieden haben. 1848 fanden sich unter ihnen Demokraten, Unterstützer der Revolution. Aber es gab auch Anhänger der alten Ständeordnung.

Auch heute ist das Problem der Integration oder Assimilation von Minderheiten überall in Europa hochaktuell.




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