10.02.2009

So schmal, so unterirdisch und so tief wie möglich - Ortstermin der SPD Piding zum Autobahnausbau

Bild: Autobahn Ortstermin
Die Diskussion über den Ausbau der Autbahn A 8 im Gemeindegebiet schlägt hohe Wellen in Piding. Der SPD-Ortsverein hat nun zu einem Ortstermin mit Gemeinderat Helmut Grünäugl an den beiden möglichen Ausbautrassen eingeladen. Mit dabei waren Anwohner, Landwirte und interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich vor Ort ein Bild von den möglichen einschneidenden Änderungen machten.

Der SPD-Ortsvorsitzende Roman Niederberger begrüßte die Teilnehmer am Haus der Vereine, indem er auf die langjährige Position der SPD Piding zum Autobahnausbau aufmerksam machte. „Wir haben immer klar Farbe bekannt für den Bau von Standstreifen und einen möglichst guten Lärmschutz. Der Vollausbau mit sechs Spuren plus Standstreifen würde unabhängig von der Trasse einen immensen Landschaftsverbrauch bedeuten“, so Niederberger. „Wir brauchen eine Verkehrswende auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, die endlich mehr Güter herunter von der Straße und auf die Schiene bringt. Außerdem ist mehr denn je ein attraktiver öffentlicher Nah- und Fernverkehr gefragt“, so der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins.

Die Wanderung, die von Helmut Grünäugl geführt wurde, begann zunächst an der vom Bauernverband ausgesteckten möglichen Trasse der Nordumfahrung. Mit von der Partie war Ortsbäuerin Bärbel Schöndorfer, die auf die Belange der Landwirtschaft hinwies: „Lassen Sie diesen enormen Eingriff auf sich wirken“, forderte sie die Teilnehmer auf, als die Gruppe mitten auf einer Anbaufläche auf dem möglicherweise zukünftigen Mittelstreifen stand.

Kritisch betrachtet wurde von den Teilnehmern der große Raumbedarf für das geplante „Kleeblatt“, in das Ein- und Ausschleifer integriert werden sollen. Kurz über Angerer Gemeindegebiet ging dann der Rückweg entlang der bestehenden Trasse. „Auch mit dieser Ausbauvariante ist ein massiver Eingriff in die Landschaft verbunden“, stellte Helmut Grünäugl dar. Insbesondere bei der finanziell billigsten Variante des Ausbaus mit bis zu 15 Meter hohen Lärmschutzwänden verändert sich das Ortsbild sehr negativ, stellte man einhellig fest.

Die Thematik Hochwasserschutz diskutierten die Teilnehmer vor Ort an der Stoißer Ache. Bei einem Bestandsausbau würden sich hier riesige Probleme ergeben, stellte man fest. Auch die Schwierigkeiten für die Führung der Berchtesgadener Straße über die Autobahn hinweg wurden angesprochen.

„Uns ist klar, dass die Autobahndirektion verantwortlich mit dem Geld der Steuerzahler umgehen muss. Piding ist als Gemeinde aber derart von einem Ausbau der A 8 betroffen, dass hier auch eine teurere Lösung möglich sein muss, die den Landschaftsverbrauch und die Belastung der Anwohner minimiert“, so Helmut Grünäugl. Nach seiner Einschätzung müsse der Ausbau so schmal wie möglich, so unterirdisch wie möglich und so tief unter der Erde wie möglich erfolgen. „Das gilt für alle möglichen Trassenführungen“, so Grünäugl.

„Es handelt sich um einen Entscheidung, die Piding über viele Jahrzehnte hinaus prägen wird“, erklärte Roman Niederberger zum Schluss des Ortstermins. „Man sollte deshalb sehr ernsthaft darüber nachdenken, im Rahmen eines Bürgerentscheides alle Pidingerinnen und Pidinger einzubinden“, schlug der SPD-Ortsvorsitzende vor.

Bild:
Pidinger Sozialdemokraten mit Anwohnern und interessierten Bürgern an der möglichen Trasse der Nordumgehung. Zweiter von rechts: SPD-Gemeinderat Helmut Grünäugl




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