06.05.2012

SPD Piding will Energiewende in der Gemeinde vorantreiben

Bild: Bürgerkraftwerk Piding
Energieeinsparung und Photovoltaik: darin sehen die Mitglieder der SPD Piding die besten Chancen, um in ihrer Gemeinde die Energiewende voranzutreiben. Bei einem Mitgliedertreffen in der Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt im Haus der Vereine diskutierten die Pidinger Sozialdemokraten über die Nutzung erneuerbarer Energien in ihrer Gemeinde und Möglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs.

„Atomstrom, Kohle und Öl haben in unserem Landkreis den gleichen Anteil an der Stromerzeugung wie in anderen Gegenden“, stellte der SPD-Ortsvorsitzende Roman Niederberger zu Beginn des Treffens fest. Mit der Ausrede, man beziehe grünen Strom aus Österreich, könne man sich in keiner Gemeinde der Region mehr vor konkreten Maßnahmen zur Energiewende drücken. Dabei gelte es, alle möglichen Quellen in Piding zu nutzen ohne das Augenmaß zu verlieren.

Nur ein geringes Potential sieht SPD-Gemeinderat Helmut Grünäugl in der Gemeinde für die Nutzung der Wasserkraft. Selbst für Kleinstkraftwerken sei nur schwierig ein Standort in Piding zu finden. Die Windenergie habe zwar großen Symbolwert für die Energiewende in Bayern. Der im Windatlas ausgewiesene Standort in der Gemeinde sei aber von der Energieausbeute her eher am unteren Ende der Rentabilität. „Wir stehen einer Windkraftanlage in Piding als SPD offen gegenüber. Aber auch ein Windrad muss ökologisch und ökonomisch Sinn ergeben“, stellte er klar.

Kritische Distanz zeigten die Pidinger Sozialdemokraten in der Diskussion zur intensiven Nutzung von Biomasse. Die Umwandlung von Flächen zur Nahrungsmittelerzeugung oder ein ökologischer Schaden für die Wälder müsse ebenso vermieden werden wie lange Wege beim Transport der Biomasse. Dadurch würden sich in der Gemeinde nur eingeschränkte Möglichkeiten ergeben.

Echtes Potenzial sieht die SPD Piding bei einer noch besseren Nutzung der Photovoltaik und übte deswegen scharfe Kritik an den von der Bundesregierung beschlossenen Kürzungen der Förderung. „Von der Einführung der Netzvergütung an war klar: die Förderung für neue Anlagen sinkt im Laufe der Zeit immer weiter – übrigens im Gegensatz zu vielen anderen Subventionen!“, erklärte Roman Niederberger. „Wir haben in Piding noch einige Dächer, die sich gut für PV-Anlagen nutzen lassen, die heimischen Banken bieten endlich auch einfache und attraktive Modelle für die Nutzung an – und jetzt gefährdet man eine ganze Branche mit einem Kürzungswettlauf“, wurde ihm aus der Runde beigepflichtet. Gleichzeitig sorge man für Entlastungen bei den energieintensiven Betrieben, die derzeit Rekordgewinne einfahren. „Deren Beitrag bräuchten wir dringend für den Netzausbau in Deutschland“, stellte Helmut Grünäugl fest.

„Energie ist nicht nur Strom, sondern vor allem jede Art von Kraftstoff“. Es kommt es bei der künftigen Ortsplanung darauf an, alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung zu nutzen, wobei die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen soll. „Für uns als SPD ist klar: Wenn ein neues Rathaus gebaut werden sollte, kann es nur im Passivhaus-Standard sein. Was in Freilassing bei den Schulen möglich ist, muss auch bei uns gehen“, so Helmut Grünäugl. Nachdem selbst die Telekom jetzt in das Geschäft mit Kleinanlagen für die Kraft-Wärme-Kopplung einsteigt, ergeben sich auch hier neue Möglichkeiten, ergänzte Roman Niederberger.

„Unser Ziel ist eine sichere, saubere und dezentrale Energieversorgung für Gewerbe und Privathaushalte in unserer Gemeinde“, waren sich die Pidinger Sozialdemokraten zum Schluss des Treffens einig.

Foto:
Eine der großen Photovoltaik-Anlagen in Piding: das Bürgerkraftwerk auf der Pidinger Schule




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