20.04.2013

Regionale Produkte, internationales Engagement

Bild: Kelterei Stadler_01
SPD Piding mit Dr. Bärbel Kofler, MdB zu Besuch in der Kelterei Stadler
Regionale Produktion, innovative Produkte und Engagement für Afrika: bei der Kelterei Stadler in Piding kommen diese drei Merkmale in außergewöhnlicher Weise zusammen. Bei einem Besuch des Familienbetriebs am Högl informierte sich der SPD-Ortsverein Piding gemeinsam mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler über die vielfältigen Aktivitäten des Betriebs. Begrüßt wurden sie dort vom Betriebsleiter Michael Stadler und seiner Familie.

„Für ein Unternehmen unserer Größe sind wir außergewöhnlich flexibel“, stellte Michael Stadler bei der Führung durch die Kelterei dar und präsentierte einen kleinen Teil seines Sortiments, das zwischenzeitlich aus über 400 verschiedenen Artikeln besteht. Am meisten nachgefragt wird nach wie vor der Apfelsaft, aber auch der Absatz der verschiedenen Limonaden hat in den letzten Jahren deutlich zugelegt, erklärte er auf Nachfrage von Roman Niederberger. „Unsere Limonade „Grasperle“ hat sich in Berlin zum Szenegetränk entwickelt“, meinte Michael Stadler schmunzelnd.

Produktentwicklung ist eine Leidenschaft für den Chef der Kelterei: „Die besten Ideen habe ich, wenn ich auf der Bank vor unserem Haus sitze“. Dort ist ihm auch beim Blick auf den Predigtstuhl die Idee für den ersten Whisky aus dem Berchtesgadener Land „Sleeping Witch“ (Schlafende Hexe) gekommen. Für die verarbeiteten Früchte interessierte sich SPD-Gemeinderat Helmut Grünäugl: „Wir verwenden in der Kelterei sowohl Kernobst als auch Beeren, die aus der Region stammen und oft von Privathaushalten geliefert werden“, antwortete Michael Stadler.

Von besonderem Interesse war für Dr. Bärbel Kofler, die als Bundestagsabgeordnete im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vertreten und stellvertretende Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für den Bereich Entwicklungspolitik ist, das Engagement von Michael Stadler in Afrika. „Ein Besuch auf diesem Kontinent ist kein Aufenthalt, sondern ein Lebensabschnitt“, machte der Keltereichef deutlich. Derzeit ist er in Ghana mit dem Aufbau einer Saftproduktion beschäftigt und auch in der Demokratischen Republik Kongo aktiv. Die Hindernisse sind dabei vielfältig: schlechte Infrastruktur, Korruption und fehlende Fachkräfte erschweren oft die Arbeit.

Die zunehmende Präsenz chinesischer und US-amerikanischer Konzerne in Afrika sieht Michael Stadler sehr kritisch und hat mit deren Vertretern schlechte Erfahrungen gemacht. Aber gerade in letzter Zeit gäbe es viele positive Signale. Nach einigen Berichten in den heimischen Medien haben sich sowohl interessierte Investoren als auch freiwillige Helfer aus der Region für das Projekt gemeldet. „Mir ist wichtig, dass nicht nur Früchte exportiert werden, sondern ein Teil der Wertschöpfung in Afrika stattfindet“, erklärte er.

Die Erfahrungen von Bärbel Kofler, die selbst auch beide Länder besucht hat, bestätigen die Erfahrungen von Herrn Stadler. „Ich begrüße sehr den Einsatz von Herrn Stadler zur Ausbildung von Facharbeitern“, so die Abgeordnete. Sie zeigte sich gerne bereit, Kontakte für die Kelterei in Berlin und auch in den afrikanischen Ländern zu vermitteln.

Bei Kaffee und selbstgemachtem Kuchen konnten die Gäste von der SPD Piding gemeinsam mit Bärbel Kofler einen Blick in die Fotoalben werfen, die Michael Stadler von seinen Besuchen in Afrika angelegt hat. Er berichtete auch von George aus Ghana, der sechs Wochen als Praktikant in seinem Betrieb in Piding mitgearbeitet hat.

Zum Abschluss des Besuchs bedankten sich Bärbel Kofler und Roman Niederberger bei der Familie Stadler für die Betriebsführung und die vielen Informationen passend mit einem kleinen Präsent aus dem Eine-Welt-Laden.

Foto:

Die SPD zu Besuch bei der Kelterei: Michael Stadler stellte auch „Sleeping Witch“, den einzigen Whisky aus dem Berchtesgadener Land vor (von links nach rechts):
Maria Schaefer, Dr. Bärbel Kofler, MdB, Michael Stadler, Roman Niederberger, Helmut Grünäugl, Dr. Wolfgang Lindner, Karin Lindner



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