03.03.2014

Knotenpunkt für bürgerschaftliches Engagement und Anlaufstelle für soziale Fragen

Bild: Besuch Sozialbüro Kirchanschöring
SPD Piding besuchte Sozialbüro der Gemeinde Kirchanschöring
Einen Knotenpunkt für bürgerschaftliches Engagement aufbauen, bürokratische und organisatorische Hemmnisse beim Einsatz für die Mitmenschen aus dem Weg räumen und einen zentralen Anlaufpunkt für soziale Fragen in der Gemeinde schaffen: dies sind nur einige Aufgaben, die das Sozialbüro in Kirchanschöring wahrnimmt. Um sich über die Tätigkeit der Einrichtung zu informieren und Anregungen für die politische Arbeit in der eigenen Gemeinde zu gewinnen, hat der Pidinger SPD-Bürgermeisterkandidat Markus Schlindwein gemeinsam mit einigen Bewerbern für den Gemeinderat dem Sozialbüro im Georg-Rinser-Weg in Kirchanschöring einen Besuch abgestattet.

Begrüßt wurden die Besucher aus Piding dort vom Kirchanschöringer Bürgermeister Hans-Jörg Birner und dem Team des Sozialbüros mit Koordinatorin Ellen Schütte. Nach einer kurzen Führung durch das Haus stellte der Bürgermeister kurz die Geschichte des Sozialbüros vor. Entwickelt hat sich die Einrichtung aus einem Pilotprojekt für innovative Altenhilfekonzepte, für dass im Jahr 2007 eine Bewerbung abgegeben wurde. "Mit dem alten Caritas-Haus hat der soziale Gedanke in unserer Gemeinde aber schon eine lange Tradition“, erklärte Hans-Jörg Birner.

Gabriele Witthöft, vertretend für Frau Anja Straßer, stellte das 2008 gestartete Helfernetzwerk vor, in dem sich zwischenzeitlich 40 Personen als offizielle Gemeindemitarbeiter engagieren: „Es werden ca. 130 Stunden im Monat vor allem im Bereich der Haushaltshilfe geleistet. Damit wird nicht nur den Betroffenen geholfen, sondern auch die Mitarbeiter gewinnen durch diese Tätigkeit sehr hinzu: mit Wertschätzung, und Akzeptanz“. Schwarzarbeit gebe es in diesem Projekt keine: die Arbeitsstunde kostet 13 Euro den Leistungsempfänger und es wird ein Stundenlohn von 8,50 € an den Helfenden gezahlt. Mit dem Mindestlohn habe das allerdings nichts zu tun, erklärte Gabriele Witthöft auf Nachfrage des Pidinger SPD-Ortsvorsitzenden Roman Niederberger. Auf diesen Stundensatz habe man sich schon lang vor der politischen Diskussion geeinigt.

Insgesamt 12 Fachberater aus unterschiedlichsten Bereichen stehen den Kirchanschöringer Bürgerinnen und Bürgern im Sozialbüro regelmäßig in Sprechstunden und nach Bedarf zur Verfügung. Die Angebote gibt es für alle Lebenslagen. Sie reichen von der Wiege bis ins hohe Alter. „Wir sind erste Anlaufstelle für alle BürgerInnen und vermitteln dann an unsere Fachberater und Kooperationspartner, welche uns und den BürgerInnen kompetent zur Seite stehen. Wir unterstützen und begleiten unter dem Motto „Sozial und kompetent“. erläuterte Ellen Schütte.

Viel zu tun gibt es für die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Elfriede Allerberger und die Beauftragte für Menschen mit Behinderung Brigtt Blümel, erfuhren die Besucher aus Piding. Besonders stolz ist Elfriede Allerberger auf das "Cafe Memory", in dem Menschen mit Demenzerkrankung in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Trostberg regelmäßig betreut und so auch die Angehörigen entlastet werden. Brigitt Blümel betonte, dass sie sich unter anderem besonders dann für Menschen mit Handicap einsetzt, wenn finanzielle Unterstützung für notwendige Hilfsmittel von den Krankenkassen nicht mehr übernommen werden. Hier bekommt sie Unterstützung durch den Sozialfond der Gemeinde und der Bürgerhilfsstelle des Landratsamtes Traunstein. Sie ist auch erste Anlaufstelle für Kirchanschöringer Bürgerinnen und Bürger, wenn es um Informationen zur Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung geht.

„Jede Gemeinde muss ihre eigenen Lösungen finden“, war sich Bürgermeisterkandidat Markus Schlindwein mit dem Kirchanschöringer Bürgermeister einig. Allerdings könne es angesichts der demographischen Entwicklung keinen Zweifel darüber geben, dass solche Angebote auch in ländlich strukturierten Gemeinden dringend erforderlich sind. Der Pidinger SPD-Gemeinderat Helmut Grünäugl zeigte sich im Gespräch besonders von der Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements durch das Sozialbüro beeindruckt. „Die große Hilfsbereitschaft der Bürger gegenüber den in Piding untergebrachten Flüchtlingen aus Syrien hat gezeigt, dass es hier ein großes Potential gibt“. Angesichts großer bürokratischer Hürden, die Gabriele Witthöft deutlich kritisierte, und organisatorischen Herausforderungen führe an einer hauptamtlichen Unterstützung kein Weg vorbei.

Zum Abschied überreichte der SPD-Ortsvorsitzende Roman Niederberger noch eine kleine Spende des Ortsvereins an das Sozialbüro und wünschte der Einrichtung weiterhin viel Erfolg.

Foto: Die SPD Piding zu Besuch im Bürgerbüro Kirchanschöring (von links nach rechts):
Vorne sitzend: Ellen Schütte, Sabine Niesel, Elfriede Allerberger
Hinten stehend: Hans-Jörg Birner, Dieter Schaefer, Roman Niederberger, Markus Schlindwein, Gabriele Witthöft, Brigitt Blümel, Matthias Pinkert, Helmut Grünäugl, Wilhelm Schindler, Maria Schindler



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