Wohnen bleibt heißes Thema in Piding: SPD-Ortsverein nimmt Studie zum angespannten Wohnungsmarkt unter die Lupe

25. Januar 2026

Gut und bezahlbar wohnen: dieses Ziel haben sich im Kommunalwahlkampf viele Parteien und Gruppierungen auf die Fahne geschrieben. Der SPD-Ortsverein Piding hat sich nun bei einem Treffen der Gemeinderatskandidaten genauer mit den Hintergründen befasst und eine Studie analysiert, die im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz zu angespannten Wohnungsmärkten im Freistaat erstellt wurde.

Bezahlbar Wohnen
Treten gemeinsam als Gemeinderatskandidaten für gute und bezahlbare Wohnungen in Piding an (von links nach rechts): Michael Leirer (SPD-Gemeinderat), Matthias Pinkert, Helmut Grünäugl, Dieter Schaefer, Michaela Wilsch

Der Vorsitzende der SPD Piding Dieter Schaefer betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung von guten und bezahlbaren Wohnungen für die wirtschaftliche Situation in Piding und im ganzen Landkreis: „Wenn wir auch zukünftig qualifizierte Fachkräfte für unsere Region gewinnen wollen – und das müssen wir unbedingt, wenn wir unseren Wohlstand und unsere sozialen Sicherungssysteme erhalten wollen – brauchen wir ein breites und erschwingliches Angebot an Wohnungen“, machte er deutlich.

Auf Bitte des Ortsvereins stellte der Kreisrat und SPD-Landratskandidat Roman Niederberger im Anschluss ein Gutachten aus dem Herbst 2025 vor, auf dessen Grundlage das zuständige bayerische Justizministerium die Entscheidung darüber getroffen hat, welche Gemeinden als Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt aufgenommen werden. „Im Berchtesgadener Land fallen darunter Ainring, Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Freilassing und nach einer eigenen Stellungnahme auch Marktschellenberg“, stellte er dar und erinnerte an die Aktivitäten, die seitdem bereits von der Gemeindepolitik in Ainring für die Schaffung von Wohnraum unternommen wurden.

Piding sei zwar in dieser Liste nicht enthalten, es gebe aber sehr deutliche Warnsignale, so der SPD-Landratskandidat. Die Gemeinde weist gemeinsam mit Bischofswiesen die niedrigste Leerstandsquote im Landkreis auf. Zugleich erreicht Piding die höchste Mietbelastungsquote im Berchtesgadener Land, die den durchschnittlichen Anteil ausweist, den ein Haushalt vom erzielten Einkommen für Wohnen aufwendet. Außerdem liegt auch die mittlere Mietpreissteigerung seit 2020 mit an der Spitze im Landkreis. „Die Lage hat sich in den letzten Jahren weiter verschärft – und damit sind wir nur knapp an der Einstufung als Gemeinde mit angespanntem Wohnungsmarkt vorbeigesegelt“, machte Roman Niederberger deutlich.

SPD-Gemeinderat Michael Leirer stellte im Anschluss seine Ideen für eine aktive Gemeindepolitik für zusätzlichen Wohnraum vor. „Mir ist wichtig, dass wir nicht einfach unsere ohnehin knappen Flächen zubauen. Deswegen bin ich ein großer Freund der Nutzung von bereits überbauten Flächen, wie es in der Auenstraße erfolgreich umgesetzt wurde. Wir haben genügend Parkplätze und Einzelhandelsflächen, die sich dafür anbieten“, führte er aus und erinnerte auch an den „Bau-Turbo“ der Bundesregierung, die solche Projekte zusätzlich erleichtert. Außerdem will er die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Wohnbauwerk fortführen, Chancen für den genossenschaftlichen Wohnbau in der Gemeinde schaffen und auch den Bau eines neuen Rathauses für die Gewinnung zusätzlicher Flächen für bezahlbare Wohnungen nutzen.

In der anschließenden Diskussion mit den Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat wurden auch weitere Ideen, wie die Erstellung eines Mietspiegels und die erleichterte Umwandlung von Büroräumen in Wohnungen angesprochen. „Wir werden auf alle Fälle im neuen Gemeinderat gemeinsam anschieben, damit wir zügig zu Verbesserungen auf dem Wohnungsmarkt kommen“, waren sich die Bewerberinnen und Bewerber der SPD für den Gemeinderat einig.

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